Selbstbeobachtung – Oft der wichtigste Schritt zur gesünderen Ernährung

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Auch ein Kühlschrank voller „gesunder“ Lebensmittel ist kein Garant für eine gute Ernährung, wenn wir aus den falschen Gründen essen. Für gezielte Veränderungen ist es sinnvoll, erst einmal den Ist-Zustand der aktuellen Verhaltensmuster unter die Lupe zu nehmen.

„Eigentlich weiß ich das ja alles“ – mit diesen Worten reagieren Patienten oft auf die Tipps des Ernährungsberaters zur bewussten Nahrungsmittelauswahl. Viele kämpfen bereits seit Jahren mit Leiden wie Übergewicht, Diabetes oder Bluthochdruck und verfügen über ein ausgeprägtes Wissen, was für sie gesund ist.

Dennoch will die Umsetzung nur müßig klappen, denn die richtige Nahrungsmittelauswahl ist nur ein Baustein bei einer Ernährungsumstellung.

Die Motivation, das bisherige Ernährungsverhalten komplett über Bord zu werfen, hält oft nur kurzfristig an. Daher ist es sinnvoll, vorab die eigenen Verhaltensmuster zu analysieren, um Veränderungen gezielt vornehmen zu können. Dabei hilft es, etwa eine Woche zu notieren, was wann gegessen wurde. Oft liegt das Problem nicht bei den Hauptmahlzeiten, sondern bei den unbewussten Snacks zwischendurch. Der Verlockung des duftenden Gebäckteilchens beim Stadtbummel oder der Fruchtgummitüte in der Schreibtischschublade zu verfallen, ist in Maßen vertretbar. Häufig zeigen sich – schwarz auf weiß protokolliert – dann aber doch verborgene Regelmäßigkeiten. Ebenso offenbart die Gesamtaufstellung auf dem Papier, ob die Mengen an Süßigkeiten und energiereichen Snacks die Gemüse- und Obstzufuhr übersteigen.

Zudem empfiehlt es sich, das eigene Essverhalten über einige Tage zu beobachten. Auch hier hilft eine Art Tagebuch, das für jede Mahlzeit und für jeden Snack den Grund für den Verzehr festhält. Knurrte mir tatsächlich der Magen oder aß ich aus einem anderen Grund wie Langeweile oder Frust? Nahm ich mir Zeit zum essen und fühlte ich mich anschließend gut gesättigt? Besonders die Frage nach dem Appetitauslöser ist bei der Verhaltensanalyse von zentraler Bedeutung. So ist in der Beratungspraxis oft zu beobachten, dass einige Übergewichtige das Durst- und Hungergefühl miteinander verwechseln. Sie essen statt zu trinken, ohne sich darüber bewusst zu sein.

Nachgefragt heißt es dann oft: „Ich habe eigentlich nie Durst.“ Hier kann die Beobachtung, ob der Appetit aus dem Magen oder von einem trockenen Mund herrührt, unter Umständen vor unnötigen Kalorien bewahren. Gleiches gilt auch für die Frage, ob einem gerade der Bauch oder der Kopf in den Kühlschrank blicken lässt. Ist es tatsächlich Hunger oder würde eventuell auch ein Spaziergang, etwas Musik oder eine andere angenehme Ablenkung meinen „emotionalen Appetit“ befriedigen?

 

Quelle: FET, Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention e.V.

 

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